Früher, als kleines kind, war ich schon so, dass ich am liebsten alleine für mich gespielt habe. Ich konnte mich stundenlang mit meinem kaufladen oder meinen puppen beschäftigen. Ich war zwar auch im kindergarten, erinnere mich da aber an gar keine kinder, in meiner erinnerung war ich da ganz alleine^^. Ich war ein stilles kind, hab mich vom gesamten geschehen zurückgezogen, egal, wo ich war. Hab mir meine eigene welt geschaffen, meine spielkameraden waren imaginär, ich hab auch mit ihnen gesprochen. Wenn sie zu mir in den kaufladen kamen, zum einkaufen, dann hab ich sie freundlich bedient und beraten. Ich kann mich noch so ziemlich alle „waren“ aus meinem sortiment erinnern^^. Meine mama kam aber manchmal einkaufen. Sie kam dann immer im mantel und mit einkaufstasche in mein zimmer, das weiß ich noch^^. Ich hatte auch ein postamt, da hab ich ebenfalls imaginäre kunden bedient. An das postsortiment kann ich mich auch noch gut erinnern… ich fühlte mich aber keinesfalls einsam, ich war sehr gerne für mich allein…

Ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen, total darin verlieren. Aber sobald ich das auto von meinem vater anfahren hörte, war ich sofort wieder in der realität und angespannt. Ich wusste nie, was mir blüht, ob ich wieder was gemacht habe, was ihm nicht gefiel. Also verhielt ich mich ganz still in meinem zimmer und hoffte, dass er mich in ruhe lässt.

Es war ja nun nicht so, dass er mich jeden tag verhauen hätte, aber alleine, dass ich immer mit rechnen musste, löste eine grundangst in mir aus, wenn er zuhause war und ich konnte dann nichts mehr machen, als ihn zu beobachten und zu versuchen seine blicke und gesten zu deuten, damit ich wenigstens drauf gefasst war, aber eigentlich war ich das ja sowieso immer…

Zu meiner mutter war er nicht so, sie behandelte er immer „korrekt“, aber mehr auch nicht, ich kann mich nicht erinnern, dass er sie mal in den arm nahm oder so. aber mit ihr schrie er nie, er mischte sich in nichts ein, was sie tat. Sie hatte alles, aber eben vorwiegend in materieller hinsicht. Im grunde lebte jeder von den beiden getrennte leben. Er war selbstständiger geschäftsmann und sie legte ihm morgens seine klamotten raus, und stellte ihm mittags und abends pünktlich das essen auf den tisch. Und ansonsten machte sie ihr ding und er seins. Außer, wenn sie zusammen in urlaub fuhren, das waren wahrscheinlich die einzigen beiden wochen im jahr, wo sie was „zusammen“ gemacht haben. Ich wollte da nie mit, ich wollte lieber zu oma und opa und zum glück durfte ich das auch immer…

Meine mutter hatte einige hobbies. Wie gesagt, ihre terrasse und später ihren garten, und sie gab kurse an der volkshochschule: kochen und tischdekorationen, bauernmalerei und kränze binden. Wenn sie da tagsüber hinging, war ich bei meiner tante und meiner cousine, die nur ein paar meter weiter entfernt wohnten. Da spielten wir dann oft karten oder andere spiele, das macht mir immer sehr viel spaß. (Wahrscheinlich kommt daher meine neigung zum pokerspielen oder auch allen möglichen anderen spielen, die ich online und phasenweise exzessiv betreibe). ich mochte meine cousine ja zu dem zeitpunkt noch und ging da sehr gerne hin. Gehasst habe ich sie erst viel später, als sie mir IMMER und EWIG als besipiel vorgehalten wurde.

Meine mutter hatte auch ein paar gute freundinnen, und sie trafen sich abwechselnd alle 4 wochen bei einer von dieser clique. Sie luden sich gegenseitig zum essen ein, also so in etwa wie bei „das perfekte dinner“  nur ohne bewertung ^^.

Wenn die kamen, wurde es mir stets angst, weil sie mich immer geknuddelt haben oder sich mit mir unterhalten, aber ich wollte lieber meine ruhe haben und schon gar nicht genuddelt werden. das wollte ich nur von meiner mama, ansonsten mochte ich das von niemand. Ich mag das heute noch nicht so, aber wenn es echt ist und von jemand kommt, den ich mag, dann ist das ok ^^.

Später dann, als ich so um die 10 war zog ein mädchen gegenüber von uns ein. Ich traf sie anfangs immer auf dem spielplatz. Wir wohnten direkt am stadtpark und da war ich sehr oft. Ich konnte stundenlang schaukeln oder im sandkasten spielen. Aber ich liebte auch die wippe, nur hatte ich niemand, mit dem ich wippen konnte, bis christine kam. Wir freundeten uns an. sie war, wie ich, auch ein ziemlich verschlossenes mädchen und so dauerte die annäherung viele wochen. Aber rigendwann  waren wir ganz dicke freundinnen und haben uns mit der zeit so ziemlich viel erzählt. Ich von meinem alten und sie von ihrer mutter, mit der sie alleine aufwuchs und die ihr das leben zur hölle machte.

Mit christine hab ich auch irgendwann meine ersten sexuellen erfahrungen gemacht. Wir haben auf einmal mit doktorspielchen angefangen in der gartenlaube, die sie hatten. Die haben wir uns total gemütlich eingerichtet und hielten uns da sehr oft drin auf, weil da nie einer hinkam und uns nervte. Wie das genau anfing mit den doktorspielchen, weiß ich nicht mehr…

Das ging dann, bis wir weggezogen sind und danach hatten wir von heute auf morgen keinen kontakt mehr, weil wir die distanz viel zu groß war. Aber das war dann eben so und ich fand mich sofort damit ab.

Das ist heute noch so, wenn jemand aus meinem leben verschwindet, dann ist er eben weg. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals jemand „nachgetrauert“ hätte. Ich kann es mir nur so erklären, dass ich keine 100%ige bindung eingehe. Das tu ich nicht bewusst, das ist einfach so, ich bewahre mir scheinbar immer genug distanz als selbstschutz, dass ich nicht leiden muss.

Aber es gab 3 ausnahmen in meinem leben, da konnte ich mir diese distanz nicht bewahren, aber das ist ein thema für ein andermal…

23.7.11 12:06


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